7 billion pixels

Werktitel7 billion pixels
Entstehungsjahr2013
Künstler
Größe
    1h56’40” , variable Dimensionen
Material/Technik
    Generativer Film, Computer, Videoprojektor
Kooperation/Produktionsbeteiligung/Forschung
    Edith Russ Haus, Stiftung Niedersachsen.
Eigentümern/a
Medium/Werkform
Lichtquelle
Lichtoptische Faktoren
Wahrnehmung
Werkhistorie
2013Entstehung / ProduktionOldenburgResidenz des Edith-Russ-Haus für MedienkunstLink
2013VimeoOldenburgEdith Russ Haus, Stiftung NiedersachsenLink



"7 Billion Pixels" ist ein Versuch, eine konzeptuelle, technologische sowie ästhetische Frage gleichzeitig zu lösen: Wie visualisiert man innerhalb eines einzigen Bildes die gesamte Weltpopulation, ohne sich dabei einer symbolischen Metapher zu bedienen?
Das Projekt realisiert dieses Problem in Form einer Projektion. Sieben Milliarden einzelne Pixel werden mit einer Million Pixel pro Sekunde den Bildschirm durchqueren, jedes auf seinem eigenen Weg. Die resultierende Filmsequenz hat eine Dauer von einer Stunde, 56 Minuten und 40 Sekunden. Dieser „Film“ konfrontiert den Betrachter geradezu physisch mit dem Fluss der Pixel.

Wie Schmitt selbst schreibt, „reflektiert das Werk die überwältigende Herausforderung Sinn zu schöpfen aus einer riesigen Masse interdependenter und dennoch von persönlichen Intentionen, Sehnsüchten und Bestreben getriebener Individuen. Ebenso hinterfragt die Arbeit den unmöglichen und dennoch täglich geträumten Traum, solche Massen kontrollieren zu wollen. […] Gleichzeitig erfährt der Betrachter seinen eigenen freien Willen und die eigene Lebensgeschichte als etwas sich in der Masse all jener anderen Willen und Lebensgeschichten aufgelöstes.“

Das Projekt "7 Billion Pixels" fordert das Medium Video auf vielerlei Arten heraus. Um eine solch massive Anzahl von Pixeln hochauflösend darzustellen, reicht Video als Format nicht aus: Die einzige Lösung ist eine Software zu entwickeln, welche die Bilder in Echtzeit generiert. Schmitt gelangt somit an die Grenzen des Komprimierbaren digitaler Datenströme. Die resultierenden Daten bzw. Bilder selbst sind nicht komprimierbar. Sie können nicht effizient kodiert werden und wiedersetzen sich somit auch jedweder Übertragung. Die Arbeit ist abstrakt und dennoch narrativ; sie ist pixel-basiert und gleichzeitig hochauflösend. Das Werk lotet die Grenzen des eigenen Mediums aus, ebenso die Fähigkeit unserer Seh- und Vorstellungskraft. Schmitts Arbeit existiert als Konzept, wir können es uns aber nur vorstellen, wenn wir es auch tatsächlich an den Grenzen technischer und menschlicher Wahrnehmbarkeit auch erleben.

https://www.edith-russ-haus.de/stipendien/stipendien/archiv/stipendien-2012.html (24.04.2020)

Konzeption/Themen
Besondere Merkmale Kunstwerkn/a