Lichtspielapparat (Rekonstruktion 1999)

WerktitelLichtspielapparat (Rekonstruktion 1999)
Entstehungsjahr1923 - 1999
Künstler
Größe
    188 x 153 x 143 cm
Material/Technik
    Projektionsapparat: Holz, Metall, Kunststoff, Licht
Kooperation/Produktionsbeteiligung/Forschung
    1999/2000 kommt es in Wien zu einem von Hirschfeld-Macks Erben autorisierten Nachbau durch den Wiener Restaurator Koloman Mayrhofer. Dieser Apparat wird 2000 im Rahmen der ersten umfangreichen Hirschfeld-Mack-Ausstellung im Museion in Bozen und in den Jüdischen Museen von Frankfurt und Wien präsentiert. Corinne Schweizer und Peter Böhm von der Hochschule für Angewandte Kunst Wien rekonstruieren die Lichtspiele und bringen sie zur Aufführung. Der Apparat wird von der Südtiroler Landesregierung für die Sammlung Museion erworben. Einen weiteren Nachbau gibt es im Bauhaus-Archiv Dessau. Quelle: Museion in Bozen
Eigentümer
    Sammlung Museion, Bozen
Medium/Werkform
Lichtquelle
Lichtoptische Faktoren
Wahrnehmung
Werkhistorie
2019AusstellungenBozenFONDAZIONE MUSEION. Museo di arte moderna e contemporanea, Ludwig Hirschfeld-MackLink
2019Entstehung / ProduktionBaldramsdorf (Kärnten) und WienLudwig Hirschfeld-Mack: Farben-LichtspieleLink
2019AusstellungenBozenLudwig Hirschfeld-Mack: Farben-LichtspieleLink
2009LinksBielefeldBewegte Farbenlichtspiele und Migration. Ludwig Hirschfeld- Mack und die Moderne Hedwig WagnerLink
2007Sammlungen / ArchiveKarlsruheMedien Kunst Netz, Ludwig Hirschfeld-Mack »Farbenlicht-Spiel«Link



Lichtspielapparat (Rekonstruktion)

 

Rekonstruktion aus dem Jahre 1999 des originalen Lichtspielapparats, der erstmals 1923 im Rahmen der ersten großen Bauhaus-Ausstellung "Reflektorische Lichtspiele" aufgeführt wurde. Grundlage für die Rekonstruktion waren historische Fotoaufnahmen aus den zwanziger Jahren sowie vom Künstler 1963/64 angefertigte Werkzeichnungen und Partiturskizzen.
Die Lichtspielapparatur besteht aus einem würfelförmigen Holzkasten, der oben und unten sowie an zwei Seiten geschlossen ist. An der offenen Rückseite sind quer zwischen zwei aufgesteckten Holzrahmen Drähte gespannt, auf denen kleine Scheinwerfer bewegt werden können. An der Vorderseite werden Schablonen bewegt, durch deren Öffnung das Projektionslicht elementare geometrische Formen auf eine mit Transparentpapier bespannte Projektionswand wirft. Der Einsatz mehrerer kleiner Scheinwerfer aus verschiedenen Winkeln bewirkt eine Vervielfältigung und Überlagerung der projizierten Formen. Farbfilter, Torblenden und elektrische Schiebewiderstände ermöglichen die Regelung der Helligkeit und damit die nuancierte Mischung von Farben. Die Aktionen der Spielabläufe sind partiturartig notiert und werden von einem drei- fünfköpfigen Operatorenteam ausgeführt. Was das Publikum auf der anderen Seite der Leinwand zu sehen bekommt, schilderte Hirschfeld Mack bereits in einer von ihm 1925 herausgegebenen Broschüre:
"Ein Spiel bewegter gelber, roter, grüner und blauer Lichtfelder, in organisch bedingten Abstufungen aus der Dunkelheit entwickelt bis zur höchsten Leuchtkraft. Schauplatz: Eine transparente Leinwand. Gestaltungsmittel: Farben, Formen, Musik: In eckigen, scharfen, spitzen Formen; in Dreiecken, Quadraten, Vielecken oder in Kreisen, Bogen und Wellenformen; nach oben, unten, seitwärts in allen Abstufungsmöglichkeiten rhythmisch beherrschter Bewegung werden die Elemente des Farblichtspiels zur künstlerisch geplanten, orchestralen Darstellung geführt. Mit dem Spiel, den Mischungen und Überschneidungen der Farben und Formen verbunden sind die mit ihnen entstandenen und in sie verflochtenen Musikelemente."

http://www.provinz.bz.it/katalog-kulturgueter/de/suche.asp?kks_priref=30009113 (02.11.2019)

Konzeption/Themen
Besondere Merkmale Kunstwerk