John Cage

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Mann
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Datei John Cage Ein autobiografisches Statement
Initiativen/Projekte John Cage in der Datenbank Neue Musik
Institutionen/Museen John Cage in der Sammlung des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
Rezension John Cage / John Milton Cage Jr.
Rezension Spiritualität und Lebenskunst bei John Cage
Datei Sounds Like Silence
Weitere Porträt John Cage


Ausstellungen
Projekt1992One11 and 103München, Köln Germany
Projekt1986 - 1992Number Pieces52 Kompositionen für einen bis 108 Musiker
Projekt19524'33"Maverick Concert HallWoodstock, New York, USA
Projekt1952Untitled EventBlack Mountain CollegeAsheville, North Carolina, USA
Projekt1939Imaginary Landscape No. 1Cornish School Radio StationSeattle, USA


1992
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Gestorben

New York City, USA

1992
1950
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Projekte

Ab etwa 1950 befasst sich John Cage intensiv mit experimentellen Kompositionen, wobei auch dem Zufall eine entscheidende Rolle zukommt. Zudem wird das Publikum in seiner Reaktivität mit in das Werk einbezogen.

1950
1941
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Forschung und Lehre

Chicago, USA
1941 wird John Cage Dozent für experimentelle Musik am Institute of Design in Chicago.

1941
1937
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Ausbildung

Bis 1937 absolviert John Cage seine Ausbildung zum Komponisten an verschiedenen Universitäten wie der New Yorker New School of Social Research und der University of California in Los Angeles. Zudem befasst sich John Cage in diesen Jahren mit der Philosophie des Fernen Ostens.

1937
1934
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Ausbildung

Ab Mitte April 1934 studierte Cage Harmonielehre bei Adolph Weiss, dem ersten US-amerikanischen Schüler Arnold Schönbergs, und belegte Kurse in moderner Harmonie an der „New School of Social Research“, New York, bei Henry Cowell. 1935 kehrte er nach Los Angeles zurück und nahm bis 1937 Privatunterricht in der Kompositionstechnik Kontrapunkt bei Schönberg.
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1934
1930
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Ausbildung

Paris, France
1930 ging Cage für 17 Monate nach Europa und studierte sechs Monate in Paris gotische und griechische Architektur in der Bibliothèque Mazarin bei Ernő Goldfinger, sowie Klavier bei Lazare Lévy, der ihn mit der Musik Johann Sebastian Bachs vertraut machte.
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1930
1912
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Geboren

Los Angeles, USA

1912

(FOCUS Online, Aktualisiert am Dienstag, 04.09.2012, 12:59)

John Cage: Revolutionär und Meister der Stille

Seine Partituren sehen aus wie Grafik-Kunstwerke, die Töne seiner Kompositionen würfelte er gerne aus. Der US-Komponist John Cage (1912-1992) gilt als einer der revolutionären Erneuerer der Musik im 20. Jahrhundert.

So revolutionär, dass er in Deutschland jahrzehntelang von Kollegen als Scharlatan geächtet und ausgeladen wurde. Heute ist der Mann, der den Klang kostbarer Konzertflügel mit Schrauben und Radiergummis präparierte und den Zufall zum Kompositionsprinzip erhob, in der Szene unangefochten. Im Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag (5. September) gab es weltweit Sonderveranstaltungen.

In Halberstadt (Sachsen-Anhalt) startet am 5.9. ein mehrtägiges Cage-Festival. In der dortigen St. Burchardi-Kirche läuft seit 2001 das wohl langwierigste Konzert aller Zeiten. Ein Cage-Stück auf der Kirchenorgel, endlos gedehnt und auf 639 Jahre angelegt mit kleinen Sandsäckchen auf den Orgeltasten. Die Bochumer Ruhrtriennale startete Mitte August mit Cages Opern-Collage „Europeras 1 & 2“. Zehn Sänger, je fünf Frauen und Männer, aus zehn europäischen Ländern sangen dabei – teils gleichzeitig – verschiedene Arien-Bruchstücke aus dem traditionellen Repertoire. Wie lange die sich überlagernden Stücke dauern durften, bestimmte ein Zufallsgenerator.

John Cage, in Los Angeles geboren, war der Sohn eines Erfinders. Seit der vierten Klasse bekam er Klavierunterricht. Erst wollte er Priester werden, dann studierte er Musik und Architektur. Mitte der 30er Jahre wurde John Cage Schüler von Arnold Schönberg – einem der Begründer der Zwölftontechnik. Cage lehrte nach dem Studium an verschiedenen US-Hochschulen und schrieb Musik für die Tanztruppe des Avantgarde-Choreographen Merce Cunningham, seines späteren Lebenspartners.

Cage liebte Experimente. Als er 1940 eine rhythmische Begleitmusik für das Tanzstück „Bacchanale“ komponieren wollte, im Theater aber kein Platz für Schlaginstrumente war, präparierte er kurzerhand den kleinen Flügel vor der Bühne mit Alltagsgegenständen auf den Saiten im Inneren. Schrauben, Plastikstücke und Radiergummis ließen das Klavier bollern, scheppern und zirpen, die Töne und Harmonien traten zurück – fast wie bei einem Schlagzeug mit Tasten. In einem Präparationsplan am Anfang der Partitur legte Cage genau fest, welches Material auf welche Saite zu legen war. Ein völlig neuer Klavierton war geboren.

Fernöstliche Musik und Philosophie haben Cage früh interessiert. Unter dem Eindruck einer Lebenskrise – der Trennung von seiner Frau – befasste er sich intensiv mit dem Zen-Buddhismus. Das taten viele in den USA, aber Cage setzte die Zen-Philosophie radikal in die Musik um: Um aus dem Ich, dem Subjektiven, herauszutreten, machte er den Zufall zum Kompositeur. Die Tonhöhe und Dauer bestimmte er mit Würfeln, dem Werfen von Stäbchen, oder er nahm den Sternenhimmel als Vorbild für die Partitur.

Die Notation der Cage-Werke ohne Takte und später in völlig freien Systemen mit Linien und Punkten zwang den Musiker viel stärker als bisher zum Mit-Schöpfen. „Cage gibt einem das Schachspiel, aber die Partie muss man schon selbst spielen“, sagt der Pianist und Cage-Kenner Bernhard Wambach von der Essener Folkwang Universität der Künste. Da die Musiker auf solchen freien Partituren nicht mehr mitlesen können, was der jeweils andere macht, müssen sie in Orchesterkonzerten Zeitwerte für die einzelnen Passagen oder „Ereignisse“ festlegen. Das verändert auch die Rolle des Dirigenten: Er bestimmt nicht mehr komplett den Gesamtklang, dafür muss er die Stoppuhr für Anfang und Ende der Ereignisse im Blick behalten.

Das Publikum hat sich an solche experimentellen Klänge lange gewöhnt. Es kommt nicht in Scharen, aber die Zuhörer folgen dafür hochkonzentriert, berichtet Wambach etwa von einem großen Cage-Konzert Ende vergangenen Jahres in der Essener Philharmonie. Weithin bekannt auch jenseits der Neue Musik-Nische ist dabei paradoxerweise ausgerechnet das Musikstück von Cage, das auf äußere Wirkung völlig verzichtet: In „4.33“ erklingt kein einziger Ton. Der Dirigent markiert nur mit Armbewegungen die drei „Sätze“ des komplett stummen Konzerts. Und die Musik müssen sich die Zuhörer aus den Geräuschen im Saal – einem unterdrückten Hüsteln, dem Rauschen der Klimaanlage, einem Alarmhorn in der Ferne – und ihrer Fantasie selbst zusammensetzen.

dpa

https://www.focus.de/kultur/kunst/musik-john-cage-revolutionaer-und-meister-der-stille_aid_812712.html  (17.04.2020)

 

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'Essay' photo 'Essay' 1991 John Cage 
One11 and 103 photo One11 and 103 1992 John Cage