Zutphen / Marstunnel

WerktitelZutphen / Marstunnel
Entstehungsjahr2015
Künstler
Größe
    nicht angegeben
Material/Technik
    LED- Matrix (ca. 1000 Leuchten)
Kooperation/Produktionsbeteiligung/Forschung
    Mari Baauw (Royal Haskoningdhv), Bert Jongstra (Witteveen+Bos)
Eigentümern/a
Medium/Werkform
Lichtquelle
Lichtoptische Faktoren
Wahrnehmung

In der niederländischen Kleinstadt Zutphen ermöglichen zwei neue Bahnunterführungen die Anbindung eines neuen Stadtteils an die historische Innenstadt. Die integrierten Licht-Installationen von Herman Kuijer schaffen eine langsam fließende Choreografie aus farbigem Licht mit bewusst freundlicher Ausstrahlung.(...)
»Eigentlich sind die beiden Tunnel herkömmliche Bauwerke aus Beton«, erklärt Peter Kelder, Projektleiter der Stadt Zutphen. »Aufgrund der hohen städtebaulichen Bedeutung der Unterführungen als Scharnier zwischen Alt und Neu hatten wir aber schon frühzeitig die Integration zweier Lichtinstallationen beschlossen, um so neben einer hochwertigen Ästhetik und einer verbesserten Orientierung auch ein erhöhtes Sicherheitsgefühl der Bürger beim Durchfahren der Tunnel zu erreichen.« (...)
»Licht ist nur sichtbar, wenn es irgendwo auftrifft, wenn es also eine Struktur gibt, die das Licht organisiert«, erklärt Herman Kuijer. »Um Lichtkunst, Architektur sowie funktionale Anforderungen als Einheit zu planen, habe ich deshalb von Beginn an intensiv mit den beteiligten Architekten Mari Baauw und Marc Maurer sowie den Vertretern der Stadt zusammengearbeitet und außerdem den erfahrenen Lichtingenieur Nico de Kruijter hinzugezogen.« Ausgehend von intensiven Vorplanungen sowie zahlreichen Tests und Messungen entstanden schließlich zwei individuell auf den jeweiligen Kontext zugeschnittene, aus vorgefertigten Betonelementen errichtete Raumstrukturen, die vor Ort durch verdeckt angeordnete, in Position und Ausrichtung exakt berechnete LED-Armaturen mit insgesamt 1000 Leuchten illuminiert werden.(...)
 »Ganz wichtig war mir dabei, dass das Licht niemals gleich ist, sondern dass die Farbzusammensetzung zufällig erfolgt und somit bei jeder Durchwegung eine andere ist«, so Herman Kuijer. (...)
Als wichtigen inhaltlichen Bezugspunkt für seine Lichtinstallation erwähnt Herman Kuijer die Wellenbewegung des unmittelbar an die Altstadt angrenzenden Flusses IJssel: »Im Fortschreiten von Licht und Farbe wird so auf meditative Weise die Beziehung von Zeit und Raum erlebbar«, so der Lichtkünstler. Wer sich auf dieses Assoziationsfeld einlässt, dem wird schnell bewusst, dass sich die beiden Tunnel an Orten befinden, die ohne Eingriff des Menschen tief unter Wasser lägen. Für Unruhe sorgt dieser Gedanke jedoch nicht, im Gegenteil: Wenn man die Passanten nach ihrem persönlichen Eindruck befragt, stößt man v.a. auf freudige Überraschung. Für die sonst so oft in Unterführungen spürbare Beklemmung bleibt da gar keine Zeit mehr.

https://www.db-bauzeitung.de/db-themen/schwerpunkt/zwei-bahnunterfuehrungen-zutphen/ (22.10.2019)

Konzeption/Themen
Besondere Merkmale Kunstwerk